CAPS TITLE
Im Rahmen des Kreativtages „Wir sind dran – gemeinsam sichtbar bleiben“ des Theaters der Erfahrungen im Kulturzentrum Schöneweide entstand dieser Workshop.
Demokratie klingt. Manchmal leise, manchmal laut. In diesem Workshop erforschen wir, wie sich Mitbestimmung, Vielfalt und Zusammenklang anhören können. Aus einzelnen Stimmen, Rhythmen und Klängen entsteht ein gemeinsames Musikstück als Sinnbild dafür, wie aus Unterschiedlichem etwas Gemeinsames werden kann.
Hier wird Demokratie nicht diskutiert, sondern erlebt: durch Zuhören, Abstimmen, Dazwischentöne und gemeinsames Spiel.
Ablauf und Methoden
Der Workshop beginnt mit Bewegung, Begegnung und Aufmerksamkeit. Durch einfache rhythmische Spiele wie „Ich bin … wer bist Du?“ oder „Name mit Geste“ entsteht spielerisch Verbindung: Jede Person zeigt sich, wird gesehen und gehört. Die Gruppe spürt, dass Vielfalt ein Resonanzraum ist – und dass Demokratie beim Zuhören beginnt.
In den folgenden Phasen wird Demokratie hör- und spürbar: Die Teilnehmenden handeln musikalisch aus, wann sie führen, folgen, sich einbringen oder zurücknehmen. Aus Tönen, Stimmen und Bewegungen entstehen kleine Klangbilder – Momente von Gleichgewicht, Spannung und Einigung.
In thematischen Einheiten wie „Einsamkeit und Gemeinsamkeit“ oder „Ich mag Kartoffeln – Ich mag sie nicht“ übersetzen wir soziale Prozesse in Rhythmus, Lautstärke, Tempo und Ausdruck. Zwei Gruppen können gleichzeitig agieren, sich begegnen, aufeinander zugehen oder sich abstoßen – immer im Versuch, einen gemeinsamen Ton zu finden.
Instrumente, Stimme und Körper werden zu Werkzeugen demokratischer Aushandlung: Jede Stimme zählt, jede Pause verändert das Ganze. Am Ende entsteht ein gemeinsames Musikstück – eine „Kompromissmaschine“ im besten Sinn, in der Unterschiedlichkeit zu Zusammenspiel wird.
Nutzen und Wirkung
Der Workshop richtet sich an Menschen aller Altersklassen. Er lädt ein, Demokratie als Erfahrungsraum zu begreifen – nicht als Theorie, sondern als lebendige Praxis.
Die Teilnehmenden:
-
erleben, wie Zuhören, Reagieren und Gestalten das Miteinander formen,
-
erfahren, dass Unterschiedlichkeit Klangfarbe und nicht Störung sein kann,
-
entwickeln Mut, die eigene Stimme einzubringen und Resonanz zu geben,
-
entdecken Gemeinschaft jenseits von Alter, Herkunft oder Erfahrung.
So entsteht ein klingendes Demokratiebild: beweglich, sinnlich und gemeinschaftlich – ein Moment von Zusammenklang in Vielfalt.